Zu Allerheiligen schmücken Mallorquiner die Grabnischen ihrer Angehörigen mit Blumen. Dahinter steht eine Bestattungskultur, die Familien über Generationen verbindet und sich zugleich spürbar verändert.
Am 1. November, Todos los Santos, füllen sich die stillen Anlagen mit Familien. Eigentlich ist der Feiertag allen Heiligen gewidmet, während am 2. November, Allerseelen, der Verstorbenen gedacht wird. Im mallorquinischen Brauchtum gehen beide Gedenktage ineinander über. Angehörige bringen Chrysanthemen, Nelken und Rosen und halten zwischen eingravierten Namen und Fotografien inne.
Geschmückt werden hier aber nicht Gräber, sondern Grabnischen, die zur Bestattungskultur der Insel gehören. Erdbestattungen sind aus Platz- und Hygienegründen selten, wie Guillem Muntaner Ribot von der Grup Muntaner Ribot in Artà erklärt. Das Bestattungsunternehmen verfügt über kommunale Konzessionen für die Verwaltung der Friedhöfe von Artà, Capdepera, Son Servera und Colònia de Sant Pere. „Die Verstorbenen ruhen mindestens fünf Jahre in den Grabstätten. Soll später ein weiteres Familienmitglied hinzukommen, können die Gebeine in einen kleineren Sarg umgebettet werden, um so Platz zu schaffen.“
Der Abschied von einem geliebten Menschen bleibt auf Mallorca zur eine kurze Zeitspanne. Wegen der Temperaturen erfolgt die Beerdigung innerhalb von ein bis zwei Tagen. Der Leichnam wird zuvor in einem Tanatorio aufgebahrt. Früher wurde dieses Ritual zu Hause vollzogen, heute bieten solche Trauerhallen Raum für Tränen und Stille. Religiöse Symbole gibt es dort nicht: Katholische, protestantische oder hinduistische Familien können nach ihren Vorstellungen Abschied nehmen. Manche wählen leise Musik, andere einen Rocksong. Eine kirchliche Feier ist möglich, wird jedoch immer seltener gewünscht, wie Guillem weiß.
Die Dorfgemeinschaft erfährt durch Todesanzeigen von dem Verlust. Muntaner Ribot druckt sie mit Foto, Namen, oft dem Spitznamen sowie den Zeiten von Aufbahrung und Beerdigung. Sie erscheinen in der Zeitung und hängen in Geschäften oder Bars aus und werden auf der Website veröffentlicht. Freunde und Verwandte können hier den Angehörigen auch ihr Beileid ausdrücken.
Wie sich das Abschiednehmen wandelt, zeigt auch die Zahl der Einäscherungen. Sargbestattung und Kremierung halten sich die Waage, jüngere Generationen bevorzugen häufiger die zweite Form. Seit einigen Jahren betreibt Muntaner Ribot in Artà eines der fünf Krematorien Mallorcas. Im hellen Abschiedsraum sehen Angehörige durch ein großes Glasfenster den Sarg und dürfen den Kremierungsprozess auf Wunsch selbst einleiten.
Die Asche kann in einer Schmuckurne zu Hause aufbewahrt, unter Angehörigen aufgeteilt oder in Anhängern, Armbändern und Bilderrahmen bewahrt werden. Für Seebestattungen gibt es Urnen aus gepresstem Sand, die sich im Wasser auflösen. Mit entsprechendem Zertifikat darf die Urne auch im Flugzeug nach Deutschland mitgenommen werden.
Haben Sie einen lieben Menschen verloren oder möchten Sie zu Fragen der Beisetzung auf Mallorca beraten werden?
Die Mitarbeiter der Grup Muntaner Ribot sind rund um die Uhr für Sie da, auch in deutscher Sprache: +34 617392929
Website: grupmuntaner. com